Die Eingewöhnung neuer Kinder

Eingewöhnung

Der Übergang in eine regelmäßige Tagesbetreuung stellt sowohl für Kinder als auch für Eltern eine große Herausforderung dar. Sie sind in der Regel das erste Mal für längere Zeit voneinander getrennt, müssen sich in einer fremden Umgebung zurechtfinden und Vertrauen zu den Erzieherinnen aufbauen. Auch der neue Tagesablauf und die Abläufe sind noch ungewohnt. Eine langsame Eingewöhnung soll helfen, mit den neuen Eindrücken zurechtzukommen und dient sowohl Eltern als auch Kindern dazu, Sicherheit und Orientierung zu gewinnen. Da jedes Kind und jede Familie einzigartig ist, verläuft die Eingewöhnung sehr individuell und unterschiedlich. Die Dauer der Eingewöhnung kann daher vorab nicht auf den Tag genau festgelegt werden, erfahrungsgemäß sollte man mit etwa 2-3 Wochen rechnen. Uns ist es wichtig, die Eltern als die Experten ihres Kindes anzusprechen. Ein regelmäßiger und offener Informationsaustausch zwischen ihnen und uns bildet die Basis für eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Wie verläuft die Eingewöhnung im Spielkreis in der Regel?

Kennenlern-Nachmittag:

Die meisten Kinder starten bei uns im August, da dann die älteren Kinder in den Kindergarten gehen. Damit sich alle in der neuen Gruppenzusammensetzung kennenlernen können, bieten wir diesen Nachmittag als kleine gesellige und informative Veranstaltung an. Der Kennenlernnachmittag findet zu Beginn des Sommers statt, wenn alle freien Plätze vergeben wurden. An diesem Tag können wir dann auch mit den Eltern einen oder zwei individuelle Termine für Schnuppertage vereinbaren, an denen sie dann gemeinsam mit ihrem Kind einen Vormittag in der Gruppe verbringen, bevor die “großen Kinder“ gegangen sind. Zu dem Kennenlern-Nachmittag werden die im Spielkreis verbleibenden Kinder und die neuen Kinder mit ihren Eltern schriftlich eingeladen. Der Erfahrungsaustausch zwischen erfahrenen und neuen Spielkreiseltern steht an diesem Nachmittag im Mittelpunkt.

Schnuppertag:

Am Schnuppertag nehmen die Kinder mit ihren Eltern am Tagesablauf teil. Sie haben hier die Möglichkeit die Erzieherinnen, Räumlichkeiten, Tagesrituale wie z.B. gemeinsames Frühstück, Freispiel bzw. gezielte Spielangebote, Abschlusskreis, usw. zu erleben. Eltern können individuelle Fragen stellen, um Unsicherheiten zu klären und die Erzieherin hat die Möglichkeit, Informationen über das Kind zu erhalten, wie z.B. Infos über Allergien, Einschlafrituale, Trennungsverhalten, Essgewohnheiten, Spielgewohnheiten,... Hier ist auch Raum über die Möglichkeiten einer individuellen Eingewöhnung zu sprechen.

Die ersten Tage im Spielkreis:

Die Eingewöhnung der Kinder im Spielkreis erfolgt immer in Begleitung einer vertrauten Bezugsperson. Damit die Erzieherin Kontakt zum Kind aufzubauen kann, ist es nötig, dass sich die Eltern im Hintergrund halten. Allein durch ihre Anwesenheit gewinnt das Kind die nötige Sicherheit, lernt ohne Ängste die Einrichtung kennen und wird offen für neue Bindungen. Um die Trennung von den Eltern zu üben, sind die Trennungsphasen am Anfang sehr kurz, d.h. der erste Schritt ist die räumliche Trennung, z.B. während des Frühstücks wird die Tür geschlossen. Je nach Reaktion des Kindes wäre der nächste Schritt, dass die Bezugsperson die Einrichtung für kurze Zeit verlässt. Diese Trennungsphasen werden allmählich gesteigert. Damit sich das Kind auf die Situation der Trennung einstellen kann, ist es sehr wichtig, sich von seinem Kind zu verabschieden. Auch ein Abschiedsritual, wie bei uns die “Winketreppe“ erleichtert die Trennung. Hilfreich sind auch persönliche Dinge, wie z.B. das eigene Schmusetuch, Kuscheltier, Schnuller, usw. von zu Hause, die den Übergang in der Eingewöhnungszeit erleichtern.

Die Eingewöhnung ist abgeschlossen, wenn die Erzieherinnen als sichere Basis akzeptiert werden, d.h., wenn sich das Kind von ihnen trösten, wickeln und schlafen legen lässt. Es entwickelt dann Interesse am Gruppengeschehen, kommt gerne und mit Freude in den Spielkreis und hat einen großen Schritt in Richtung Unabhängigkeit geschafft.